Hotels und ihr Content Marketing
Eine im Holidaycheck-Blog aufgekommene Frage hat mich die letzten Tage beschäftigt: “Muss ich als Hotelier überall aktiv sein, wo über mich gesprochen wird?“. Hoteliers waren (bzw. sind es immer noch) dazu aufgefordert, ihre Meinung dazu zu posten, leider hat dies bis zur Veröffentlichung dieses Beitrags noch niemand getan. Hier meine Gedanken zum Thema (kann durchaus sein, dass ich dabei ein wenig abschweife…):
Bei Web 2.0 denken (fast) alle Hoteliers immer gleich an Facebook. Dicht gefolgt von Twitter. (Dass beides verschiedene Paar Schuhe sind, gehört hier jetzt mal nicht hin.)
Natürlich hat Facebook mittlerweile eine gewisse Machtstellung erreicht und ist auch durch Facebook Places und die Einbindung von Bing Suchergebnissen aus den Online Marketing Strategien der Hotellerie nicht mehr wegzudenken. Über 500 Mio. User weltweit, 250 Mio. mobile User, über 250 Mio. Connect Nutzer monatlich – diese und viele weitere Zahlen belegen Facebooks Stärke.
Doch erreichen Hotels wirklich tiefergehende Beziehungen in Facebook? Wie loyal sind Facebook “Fans” wirklich? Glaubt man Studien, werden über 70% “Fan”, weil sie sich Rabatte erhoffen. Das heißt also, dass beispielsweise ein Hotel mit 1000 “Fans” maximal 300 wirklich loyale “Fans” hat? Die anderen wurden also nur “Fan”, weil es “da mal eine Promotion Aktion gab”?
Keine Angst, ich rate keineswegs von Facebook ab. Soll nur ein Denkanstoß sein…
Andere Sichtweise…
Die meisten Hotels widmen sich leider nicht “ihrem” Thema. Zu viel sind sie damit beschäftigt eine bestimmte Anzahl Fans bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erreichen oder zu einer bestimmten Uhrzeit ein Bild zu posten, da irgendwelche Statistiken sagen, dass Bilder am liebsten geteilt und überhaupt um 11.00 Uhr am häufigsten reagiert wird. Dann werden die Facebook Insights im 10-Minuten-Takt aktualisiert und wenn nicht mindestens 20 Kommentare binnen der darauffolgenden 60 Minuten eintrudeln, wird der Post als nicht erfolgreich in irgendeiner Excel-Liste eingetragen.
Bitte nicht falsch verstehen: Natürlich sollte man darauf achten, wann man was postet – man sendet ja auch Sonntag Früh um 05.00 Uhr keine E-Mails und erwartet noch in der gleichen Stunde einen signifikanten Anstieg an Website-Besuchern. Aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass uns das allen klar ist (Stichwort: Gesunder Menschenverstand) Und auch Statistiken sind eine tolle Sache. Wenn man es nicht übertreibt und sich in Spekulationen und Interpretationen verrennt.
Was ich damit sagen will…
Hotels sollten sich weniger darauf konzentrieren, dass sämtliche Studien befolgt, alle nur erdenklichen Statistiken ausgewertet und jeder Beitrag analysiert wird. Vielmehr kommt es darauf an, sich auf ein Thema zu konzentrieren. Denn mit Bildern aus der Küche, Video-Anleitungen zum Polieren von Besteck und weiterem können “Fans” nicht auf Dauer bei der Stange gehalten werden. Diese ständige (wenn auch ungewollte und unterbewusste) Ich-Erzählung langweilt auf die Dauer selbst den loyalsten “Fan”.
Es könnte also durchaus Sinn machen, sich neben einer Facebook Seite auch noch dem eigentlichen Thema zu widmen. Bin ich ein Wanderhotel? Ein Skihotel? Dann dürfte das Thema klar auf der Hand liegen. Foren- und Gruppensuche entsprechend leicht fallen. Aber was machen Stadthotels? Hmm… wie hieß das noch gleich… achja: Expertentum.
Wer sonst kennt die Insider-Ecken der Stadt am besten? Hier gibt es Themen für die nächsten Jahre, wenn man nicht gerade in Schöttlingen wohnt. Ein Brainstorming im Team kann bei der weiteren Themenfindung Wunder bewirken. Gleichzeitig werden die “Profis der Stadt” gefunden. Vielleicht ist ja der für Social Media verantwortliche Marketingleiter gerade erst neu in die Stadt gezogen und kann hier gar nicht weiterhelfen…? Vielleicht kann er aber vom gebürtigen Restaurantleiter bei der Content-Findung unterstützt werden…? Hotels müssen zum Insider ihrer Stadt werden. Hotels müssen zum Experte ihres Themas werden. Und wo könnn sie das am besten? In Themen-Blogs, in speziellen Foren und Gruppen. Und natürlich auch in Facebook.
Fazit:
Wie ich immer zu sagen pflege: die Mischung macht’s: Beim Tee genauso wie in der Social Media Welt. Facebook ja. Aber bitte nicht nur. Und: Konzentration auf das eigene Thema. Wer kein Thema hat, hat langfristig keine Inhalte und auf die Dauer gesehen keine Puste mehr, um die eigene Community zu “entertainen”. Egal ob Facebook Page, Blog oder Forum/Gruppe – Content Marketing braucht eine Strategie. Und am Anfang jeder Strategie steht ein Thema.
Was ist Euer Thema? Wie sieht Eure Content Marketing Strategie aus?
Autor: Thomas Hendele, selbstständiger Online Marketing Berater
Google+ | Facebook | Twitter | Xing | E-Mail
Weitere Artikel zum Thema:
Autor
Ich bin Thomas Hendele, Inhaber von some communication. Ich berate und unterstütze Unternehmen aus Hotellerie, Gastronomie & Tourismus in Fragen rund um das Social Web. Im Hotel Newsroom blogge ich von Zeit zu Zeit über Social Media und deren Nutzen für die Hotellerie.Google+
Schon Fan?
in 140 Zeichen





Pingback: Hotels brauchen Inhalte mit Mehrwert | Hotel Newsroom
Pingback: 5 Schritte zur ROI-Messung Social Media Aktivitäten von Tourismus-Organisationen | Hotel Newsroom