Google startet Hotel Finder

[UPDATE 18.10.2011] Der Google Hotel Finder ist ab sofort auch in Deutschland verfügbar.

“Macht Google eigentlich keinen Urlaub?” las ich kürzlich in meinem Google Plus Stream. In der Tat könnte man das annehmen, so viele Neuerungen wie Google aktuell vorantreibt. Ende letzten Monats startete das Social Network Google Plus, dann schmiss Google Bewertungen von Drittanbietern wie Holidaycheck und Tripadvisor aus seinen Places Profilen und jetzt das: Google launcht den Hotel Finder. Unter www.google.com/hotelfinder startete gestern das “Experiment” (so steht es in kleinen Lettern unter dem Wörtchen “Hotel Finder”).

Wie funktioniert der Google Hotel Finder?

Zunächst stehen vier Optionen zur Auswahl:

  • Search just the places you want – Klickt man auf die Stadt seiner Wahl, so zieht der Google Hotel Finder einen Rahmen um den “touristischen Hotspot”. Das Zentrum mit den meisten Hotels wird so bereits vordefiniert, Hotels, die etwas “weiter weg vom Schuss” liegen, dürften es nicht leicht haben…
    Der Suchende hat nun die Möglichkeit – will er anhand des Kriteriums “Entfernung” sein Hotel auswählen – diesen vorgegebenen Rahmen mit Hilfe der Mouse zu verändern, die Hotelauswahl somit auf extrem einfache Weise zu verändern.

  • Get a good deal – Der Google Hotel Finder zeigt den aktuellen Preis im Vergleich zum Durchschnittswert an,d.h. dass Google sich alle Preis der Vergangenheit “merkt” und dem Suchenden anzeigt, ob der aktuelle Preis günstiger oder teurer als der Durchschnittspreis des Hotels ist. Neuer Nährboden für Preiskämpfe?
  • Compare fast – Google Hotel Finder erleichtert das Vergleichen von Hotels, indem er die Detailansicht eines Hotelangebots nicht mehr in einem neuen Tab oder Browserfenster öffnet, sondern gleich in der Ergebnisliste – inkl. zahlreicher Fotos, Bewertungen und wichtigen Informationen. Mit den Shortcuts “J” und “K”, auch bekannt aus anderen Google Tools wie Google Reader oder Google Plus, kann der Suchende jetzt durch die Detailansichten der Hotels scrollen.

  • Keep a shortlist – Durch einen Klick auf “Add to shortlist” lässt sich eine Vorauswahl treffen.

Aktuell funktioniert der Google Hotel Finder noch nicht in Deutschland. Wer möchte kann ihn, aber bereits jetzt für einige US-amerikanischen Städte wie z.B. New York oder Miami ausprobieren.

Google Hotel Finder – was bedeutet er für die Hotellerie?

Genau ein Jahr ist es her, da kaufte Google den Flugsoftwarehersteller ITA. Knapp ein halbes Jahr her ist der Launch von Google Hotpot (Bewertungstool). Jetzt der Google Hotel Finder… Ob HRS, Booking.com & Co. gestern viel gelacht haben? Noch bringt den Suchenden ein Link zum Buchungsportal seiner Wahl. Durchaus vorstellbar ist aber, dass Google irgendwann Provisionen verlangt. Ggf. arbeitet Google irgendwann auch direkt mit Hotelketten und -gruppen zusammen. Fakt ist jedenfalls: die Änderungen bei Google werden sowohl von den Bewertungs- als auch den Buchungsportalen sehr genau beobachtet.

Und auch Hotels sollten ein wachsames Auge auf Google haben…

  • Pingback: 10 Monate Google Hotelfinder - eine Zwischenbilanz | Hotel Newsroom

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  • Pingback: Facebook im Hotel Marketing: Ja oder Nein? | Hotel Newsroom

  • http://www.hotel-newsroom.de Thomas Hendele

    Digital Trends vergleicht in einem aktuellen Beitrag Google Hotelfinder, Kayak und Bing Travel miteinander: http://bit.ly/qZtgDD

  • Alex

    “Ob HRS, Booking.com & Co. gestern viel gelacht haben? ” Google verlangt bereits Provisionen, da die Preise ja als Ads zugesteuert werden. Und ja, Google arbeitet bald auch direkt mit Hotelketten zusammen ;)

  • http://www.hotel-newsroom.de Thomas Hendele

    Einen ebenfalls interessanten Beitrag zu Google Hotel Finder gab’s gestern bei hotelmarketing.com: http://hotelmarketing.com/index.php/content/article/a_closer_look_at_googles_hotel_finder

  • http://www.facebook.com/lampenmann Borris Häring

    …google.com/hotelfinder war auch meine erste Seite die ich aus twitter heraus heute morgen angesteuert habe. wir beobachten genau :)

  • http://www.hotel-newsroom.de Thomas Hendele

    Danke für das Beispiel, auch wenn es nicht ganz zur Frage passt… ;)

    Dennoch zielt mein Frage auf selbst produzierten Content. Aus Hotelsicht: Wenn 45% meiner Gäste NICHT Deutsch sprechen, somit auch keine deutschen Keywords nutzen, MUSS ich dann nicht meinen Content zweisprachig produzieren? Müssen Facebook Posts nicht ab einer bestimmten Prozentzahl fremdsprachiger Fans mehrsprachig erfolgen? Seitenbetreiber erreichen ohnehin nur einen Bruchteil Ihrer Fans, reduzieren sich durch “stures Posten” in der eigenen Muttersprache noch einmal die Reichweite… wer will schon ständig Posts in einer Sprache lesen, die er nicht oder nur mit Mühe versteht…?

  • Daniel Amersdorffer

    Hallo Thomas,

    Im Hotelleriesegment verfolgen wir aktuell nur ein Projekt, wo es um den Cotentaufbau auf deutsch und englisch geht. Angesichts der Gewichtung dieser beiden sprachlichen Zielgruppen wird allerdings zuerst der deutsche Content eine gewisse Zeit aufgebaut, um dann mit dem englischsprachigen Content in 2012 nachzuziehen.

    Im Destinationsegment dagegen sind wir schon seit geraumer Zeit mit mehrsprachigen Contentstrategien aktiv, allerdings werden hier seltener Blogs als viel mehr umfangreiche leistungsstarke Webportale der DMOs und starke Social Media Communities (FB, Youtube, …) eingesetzt.

    Ich denke bei einer Contentstrategie ist es wichtig, nicht alles selber zu machen. Das fehlt mir in deinem Artikel – das gezielte Einbeziehen und Motivieren von Kunden, Partnern und das allgemeine Schaffen derart angelegter Plattformen, dass Dritte dort ohne speziellen Anreiz dennoch Content produzieren.

    Beispiel: http://www.radreporter.de
    Lg Daniel