Web Apps & Native Apps und der Mehrwert für Hotelgäste

Foto: flickr.com/photos/goincase

Update zum Kommentar zum Artikel “Hoteliers wissen noch zu wenig über Potenzial von Mobile Apps”:

Grundsätzlich unterscheidet man sog.  ”WebApps” und “native Apps”.

Eine WebApp – (Wird neuerdings auch als HTML5 App  bezeichnet) – ist grundsätzlich eine Website, die speziell für mobile Browser optimiert wurde. Die entscheidenden Merkmale einer WebApp sind, dass die Benutzeroberfläche mit Standard-Webtechnologien erstellt wurde und dass sie über eine URL ansprechbar ist. Eine WebApp wird weder auf dem iPhone installiert, noch ist sie im App Store verfügbar. Moderne Mobile Webbrowser verfügen heute über die neuesten Standards wie HTML5 und CSS3.

Vorteile einer WebApp sind

  • Plattformunabhängigkeit und die freie Verfügbarkeit im Internet. Alle Smartphone Nutzer können darauf zugreifen.
  • Unabhängigkeit  vom Urteil der einzelnen Store-Betreiber, wie z.b AppStore, Android Market und Blackberry World.
  • Updates und Erweiterungen sind sofort live und müssen nicht erst erneut überprüft werden.

Nachteil ist,  dass man im Web nicht die Bequemlichkeit einer zentral organisierten Abrechnungsstelle hat und  bestimmte Gerätefunktionen – z.b. Bewegungssensor – nicht integriert werden können.

Native Apps werden auf dem iPhone installiert und stehen dem iPhone-Nutzer im iTunes AppStore zum Download zur Verfügung.  Wer mit seiner App  direkt Geld verdienen will, bekommt  über den AppStore eine nahezu perfekte Vermarktungsplattform. Ein weiterer Vorteil ist der direkte Zugriff auf die Hardware. Eine native App hat mehr Möglichkeiten und kann die gerätespezifische Hardware besser ausnutzen. Dies ist insbesondere bei grafisch intensiven Anwendungen wie Spielen von Vorteil. Last but not least spielt auch die Wahrnehmung durch den Nutzer eine gewisse Rolle. Eine native App wirkt auf den Nutzer zunächst einmal hochwertiger und wichtiger als eine Webanwendung, die man im Browser aufrufen kann.

In welche Richtung die zukünftige Entwicklung geht – WebApp oder native App – mag ich nicht beurteilen. Fakt ist, dass immer mehr Intelligenz in die mobilen Browser geht und die WebApp sich zur echten Alternative der “nativen App” entwickelt.

iPhone-App-Suche via Google

Bisher war eine Google-Suche nach iPhone-Apps nicht möglich. Just in diesem Moment erreicht mich folgende aktuelle Meldung: “Google startet iPhone-App-Suche auf der Mobil-Websuche”.

Parallel zu den explosiv wachsenden Smartphone-Verkäufen ist die Nutzung des mobilen Internet massiv vorangeschritten. Laut Bitkom-Studie nutzen bereits 20% aller Handybesitzer in Deutschland das mobile Internet. Schon 2013 rechnet Google damit, dass wesentlich mehr Smartphones verkauft würden als PCs, und passend dazu die Aussage von Jürgen Galler, Entwicklungschef von Google Europa: “Die wirkliche Rakete, die im Moment abgeht, ist das mobile Internet.”

Aufgrund dieser Entwicklung sollten Hotelbetreiber  - im ersten Schritt – für  eine optimale Darstellung ihres Hotels auf den verschiedenen mobilen Browsern sorgen. Laut Google-Recherche haben 30% der mobilen Suchanfragen einen lokalen Bezug. Ein Beispiel für eine mobile & lokale Suchanfrage ist  z.B. “Chemnitz Hotel”.  Ich habe dieses Such-Beispiel mit einem unserer Kunden durchgespielt. Das Ergebnis “vorher” und “nacher” seht ihr in diesem PDF-Dokument.

Ich denke, dass aktuell ein  überwiegender Teil der Hotels dem Smartphone-User keine vernünftig nutzbare – und vor allen Dingen buchbare! – mobile Präsenz zur Verfügung stellt. Daher ist eine hotelspezifische WebApp – aus meiner Sicht – PFLICHT!

Aus vermarktungstechnischen Gründen ist eine native iPhone App die Kür und sollte – bei übersichtlichem Kostenrahmen – im zweiten Schritt bzw. parallel realisiert werden.

Mehrwert für den Nutzer

Neben dem Mehrwert der Smartphone optimierten Darstellung gibt es verschiedene Möglichkeiten bzw. Features, die entsprechenden Nutzen für den Gast erzeugen.

Ich versuche hier einige dieser Mehrwerte darzustellen:

  • Möglichkeit der mobilen Buchung. So geht beispielsweise Geschäftsführer Tobias Ragge davon aus, dass  das mobile Buchen  schon bald einen Anteil von 30 Prozent an allen Buchungen erreichen könnte.
  • Integration von standortabhängigen Informationen wie z.b. Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Taxiruf, Wetter etc. (Stichpunkt: Entlastung des FrontDesk)
  • Einbindung der Social Media Kanäle wie Twitter und Facebook um mit dem Gast vor, während und nach dem Aufenthalt in Kontakt zu bleiben. (Stichwort: Cross-Selling)

Fazit: Das mobile Internet hat den Durcbruch zum Massenmarkt erreicht! Ihre Gäste sind mobil – werden Sie es auch!

Über den Gast-Autor:

Wolfgang Schlösser – 48 Jahre.  Über 10 Jahren im mobilen Business aktiv und seit  August 2009 einer der Gründer & GF des Bremer StartUp “localHero”.
Der  bekennende Kölner freut sich, dass das mobile Internet – dank Steve Jobs- endlich den Durchbruch geschafft hat.

Wolfgang Schlösser – 48 Jahre.  Seit über 10 Jahren im mobilen Business aktiv und seit August 2009 einer der Gründer & GF des Bremer StartUp “localHero”

Der  bekennende Kölner freut sich, dass das mobile Internet – dank Steve Jobs- endlich den Durchbruch geschafft hat.

Foto: flickr.com/photos/goincase

  • Pingback: Mobile News der letzten Woche (11/11) | Hotel Newsroom

  • http://www.m-pulso.com Sebastian Dimmeler

    Aus unserer Sicht eignen sich WebApps für touristische Anwendungen nur bedingt. Die Roamingkosten sind insbesondere für internationale Kunden ein Killer Kriterium.

    Wir favorisieren daher native Apps. Die wichtigsten Vorteile aus technischer Sicht:
    * Der Benutzer benötigt keinen Zugang zum Internet, um die Applikation zu
    nutzen. Unterwegs kann dies überaus nützlich sein, zum Beispiel wenn die
    Verbindung langsam ist oder wie im Flugzeug keine besteht.
    * Native Applikationen sind in der Regel schneller.
    * Es können Funktionen des Mobilgeräts genutzt werden, die Webapplikationen
    nicht zur Verfügung stehen.
    * Die Browser der verschiedenen Mobilfunkplattformen sind sehr
    unterschiedlich, sodass bei einer Webapplikation nicht sichergestellt werden
    kann, dass benötigte Funktionen wie erwartet funktionieren. Bei einer für
    eine Plattform optimierten nativen Applikation kann dies aber in der Regel
    gewährleistet werden. Abhilfe schafft bei einer Webapplikation nur das
    Erstellen von für verschiedene Plattformen optimierten Versionen, was den
    Vorteil von Webapplikationen im Vergleich zu nativen Anwendungen zumindest
    teilweise zunichte.

    Die Hotels sollten in der Lage sein, alle Inhalte über ein eigenes CMS pflegen zu
    können. Die Anwendung sollte möglichst personalisierbar und individuell gestaltet werden.

    2011 wird spannend! Das Interesse bei den Hotels ist groß – bleibt abzuwarten welche Lösungen sich beim Kunden nachhaltig durchsetzen.

  • http://www.localhero.mobi Wolfgang Schloesser

    Hallo Markus,
    definitiv richtig ist, dass man mit einem Smartphone normale Webseiten ansurfen kann. Dass diese problemlos und (qualitäts-)verlustfrei funktioniert kann ich nicht bestätigen. Ich habe mir in den letzten Tagen einige Beispiele von Hotelwebseiten angeschaut, auf denen es zum großen Teil nur mit größter Mühe – aus meiner Sicht unzumutbar für einen Hotelgast – möglich war, eine Buchung mobil durchzuführen. Gar nicht zu reden von den Fällen, wo ich überhaupt nicht bis zur Buchungsseite vorgedrungen bin, weil die schöne Meldung “This content requires the Flash Player” erschien. Desweiteren nutzen “normale” Webseiten in keinster Weise die Stärken – z.B. die Lokalisierung mittels GPS – der mobilen Endgeräte aus.
    Viele Grüße,
    Wolfgang

  • http://www.localhero.mobi Wolfgang Schloesser

    Wir werden in naher Zukunft eine Typo3-Schnittstelle anbieten. Aktuell betreiben wir ein eigenes CMS und pflegen bei der Neuerstellung der WebApp die gewünschten Inhalte für den Hotelier ein. Über einen Admin-Zugang ist der Hotelier dann in der Lage die Inhalte zu editieren. (http://www.apps4hotels.de)

  • http://www.c-res.com Markus Schuld

    Jeder der ein Smartphone besitzt, weiß und kann bestätigen, das man problemlos und (qualitäts-)verlustfrei ganz normale Webseiten mit dem integrierten Smartphone-Browser ansurfen kann. Mit einer eigens erstellen Webapp generiert man keine einzige zusätzliche Buchung. Aus meiner Sicht bringt eine teuer bezahlte Hotel-App keinerlei Nutzen – ausser eventl. 5 Punkte mehr auf der Coolnessscala (weil man eine hat).

  • http://www.kartoffel-hotel.de Olaf Stehr

    Vielen Dank für diese sehr gelungene Gesamtübersicht, meine Hotelseiten laufen über Typo3…macht es Sinn die WebApp jetzt auch über mein Typo3 System neu “aufzubauen” ?