Man mag es kaum glauben, aber das Hotel Schloss Zeilitzheim twittert in nur 15 Minuten durchschnittlich mehr als 6 Tweets pro Tag – und das schon seit mehr als 1 Jahr. Damit gehört das inhabergeführte Hotel im Fränkischen zu einem der ersten Hotels, die Twitter als das erkannten, was es ist: eine weitere Möglichkeit, um am Gast zu sein/bleiben.

Alexander von Halem hat uns an seinen Twitter-Erfahrungen teilhaben lassen:

Hotel Newsroom:
Seit wann nutzen Sie Twitter?

Hotel Schloss Zeilitzheim:
Über einen dieser twitter map mashups erfuhr ich erstmals 2007 von Twitter (wo man auf einer Weltkarte zufällige Tweets auftauchen sieht, zusammenhanglos). Erst 2008 fing ich an, selbst zu twittern, erst zögerlich. Als ich jedoch merkte, dass auch der “Rückkanal” gut funktioniert, wurde Twitter zu einem alltäglichen Kommunikationsmedium für mich.

Hotel Newsroom:
Wer aus Ihrem Hotel kümmert sich um den Twitter-Account?

Hotel Schloss Zeilitzheim:
Das twittern unter @barockschloss mache ich ausschließlich selbst und betrachte es auch als absolute Chefsache. Hätten wir mehr Mitarbeiter, wäre es natürlich auch denkbar, dass diese (entsprechend gekennzeichnete) Tweets über Erlebnisse im Schloss senden. So aber kann sich ein Gast stets sicher sein, von wem die Nachricht stammt.

Hotel Newsroom:
Was haben Sie sich von Twitter erhofft, als Sie mit dem Zwitschern begonnen haben? Welche Erfolge/Highlights konnten Sie bereits verzeichnen?

Hotel Schloss Zeilitzheim:
Anfangs sah ich Twitter nur als zusätzlichen Kanal, wie ich vor allem mit unseren Stammgästen in Kontakt bleiben könnte. Natürlich nutzen die meisten dieser Gäste Twitter noch nicht selbst aktiv. Aber sie können meine kurzen Twitter Nachrichten im Seitenbalken meines Blogs, in dem ich ausführlicher über die Aktivitäten im und um das Schloss berichte, lesen.

Inzwischen nutze ich Twitter aktiv auch für den Erfahrungsaustausch mit Kollegen. Besonders freut mich, dass ich durch Twitter schon neue Übernachtungsgäste im Schloss begrüßen durfte und dass so auch einige Freundschaften im realen Leben entstanden sind.

Hotel Newsroom:
Wie viel Zeit investieren Sie in Ihre Twitter Aktivitäten?

Hotel Schloss Zeilitzheim:
Twitter läuft bei mir nebenher mit. Da ich fast ohnehin immer am Rechner sitze und meistens auch online bin, lässt sich das schwer ausrechnen. Ich schätze: reines twittern (ohne lesen) ca. 15 Minuten täglich.

Hotel Newsroom:
Welche weiteren Social Medien nutzen Sie?

Hotel Schloss Zeilitzheim:
Die richtige Antwort ist wahrscheinlich: “Welche anderen ‘Social Media’ benutzen wir NICHT?”, denn ich probiere in dieser Hinsicht eigentlich alles aus.

Natürlich haben wir eine fanpage bei facebook, Fotos bei flickr, Links (gerade auch zu Freizeittips für unsere Gäste) bei del.icio.us und Mister Wong, einen YouTube Kanal mit Videos aus dem Schloss, ein Profil bei XING, Präsentationen bei Slideshare, eine chat-Funktion auf der Website, einen Blog mit Kommentarfunktion… Diese werden unterschiedlich genutzt. Mit allen habe ich jedoch sehr gute Erfahrungen gemacht.

Hotel Newsroom:
Warum ist es Ihrer Meinung nach wichtig, Twitter und andere Social Medien zu nutzen?

Hotel Schloss Zeilitzheim:
Die “sozialen Medien” sind ja nichts anderes, als andere Kommunikationsmedien auch; nur eben mit Rückkanal und rascher Vernetzung. Wenn unsere Freunde, Kunden und Gäste dort sind (und das sind sie zunehmend), dann müssen auch wir dort sein.

Aber der wichtigste Grund ist für mich: gerade für ein “untypisches” Haus, wie unser barockes Landschloss, ist das Empfehlungsmarketing besonders wichtig. Es ist nämlich nicht für jeden, so ein familiengeführtes, kleines Hotel in einem Landschloss ohne TV und Telefon auf den Zimmern. Andere sind wiederum begeistert. Social media helfen uns, die “richtigen” Gäste für unser Haus zu gewinnen. Aus vielen werden sogar Freunde.

Wir danken Alexander von Halem für das Interview!

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  • http://www.ideas4hotels.com Andreas Romani

    Chapeau….

    ich freue mich sehr über leidenschaftliche Social Media Freaks unter den Hoteliers.

    Hoffentlich lesen viele Hotelierkollegen dieses Interview, überdenken Ihre bisherigen Marketing-aktivitäten und nehmen sich an Alexander von Halem
    ein Beispiel.

    Herzliche Grüße aus München

  • http://www.norddeich.de Lars Tjaden

    Klasse Interview!

    Auch bei uns wird das twittern nicht in Praktikantenhände gelegt, die vielleicht alle paar Monate oder Wochen wechseln.

    Twitter wird zunehmend auch für Destinationen interessanter und ist meiner Meinung nach aus dem modernen Marketing nicht wegzudenken.

    Herzliche Grüsse aus Norddeich

Stichwort Wolke

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