Verbraucherzentralen vs. Netzwerke
geschrieben von Thomas HendeleWie die internet WORLD BUSINESS gestern verlauten ließ, hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) ein Unterlassungsverfahren gegen MySpace, facebook, lokalisten.de, wer-kennt-wen.de und Xing eingeleitet. Grund: Die Vertragsbedingungen und Datenschutzbestimmungen der Plattformen würden die User benachteiligen und den Netzwerk-Betreibern weitgehende Rechte einräumen.
Die User wüssten oft nicht, worauf sie sich mit der Zustimmung zu den AGB und Datenschutzregelungen einlassen, so der VZBV. Wer setzt sich schon intensiv mit dem Kleingedruckten auseinander. Zum Beispiel könnten Verhaltensdaten ausgewertet werden, ohne dass der einzelne User davon erfährt.
Die Verbraucherzentralen fordern nutzerfreundlichere Möglichkeiten der Voreinstellung zur Datennutzung schon bei der Registrierung – ohne Kleingedrucktes. Die Netzwerk-Betreiber müssten sicherstellen, dass Daten nur verwendet werden, wenn der User dem ausdrücklich zustimmt. Dies gälte vor allem auch für die Auffindbarkeit über Suchmaschinen.
Auch das Urheberrecht würde oftmals durch die AGB der Betreiber fast ausgehebelt werden. Manche Plattform ließe sich umfangreiche Rechte an vom User erstellten Inhalten übertragen. Sogar das Löschen von Inhalten “aus beliebigen Gründen” und “ohne vorherige Mitteilung” behielten sich die Portale vor.
Auf der Webseite des Trans Atlantic Consumer Dialogue ist ein Papier mit Forderungen an die Betreiber sozialer Netzwerke und die Politik abrufbar – erarbeitet von der VZBV zusammen mit mehr als 80 internationalen Verbraucherschutzverbänden.
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